2025 war für uns ein besonderes Jahr: Es war das erste vollständige Jahr, in dem bei uns Photovoltaik (#pv), Batteriespeicher und Wärmepumpe gemeinsam im Alltag gelaufen sind. Nach längerer Funkstille im Blog folgt deshalb jetzt ein bewusst datenbasierter Rückblick auf dieses erste komplette Betriebsjahr.
Der Weg dorthin begann bereits Ende 2023. Wie wir in früheren Beiträgen beschrieben haben, wollten wir schon länger weg vom Stückholzofen und hin zu einer Wärmepumpe. Das konnten wir Ende November 2023 endlich verwirklichen: Nach rund einem Jahr Wartezeit wurde unsere Lambda EU08-L installiert. Im Dezember 2024 folgte dann der Umstieg auf eine Fenecon Home 30 PV-Anlage mit Speicher.
Nachfolgend unser kompakter Erfahrungsbericht nach dem ersten vollständigen Jahr mit Wärmepumpe und PV-Anlage – mit echten Messwerten für Strom, Wärme und unseren Eigenverbrauch.
1. Systemumstieg: Von Solarthermie/Holz zu PV und Wärmepumpe
Unser Bio-Solar-Haus wurde 2012 mit Solarthermie (4 Consolar Flachkollektoren), einem wassergeführten Stückholzofen, Hygienespeicher (Consolar SOLUS II, 1.050 l) und einer Laing-Gruppe (Elektroheizung/Durchlauferhitzer und Heizkreispumpe) für den »Notfall« gebaut.
Die Umstellung in zwei Schritten
- Ende November 2023:
Austausch des Holzofens gegen eine Lambda EU08-L Wärmepumpe, ergänzt um einen 300-l-Kältepuffer für die Kühlung im Sommer. - Dezember 2024:
Installation der PV-Anlage (23,85 kWp, Fenecon Home 30) mit 19,6 kWh Speicher. Dafür wurde die Solarthermie vollständig entfernt und das Dach voll mit PV-Modulen belegt.
Warum der Umstieg?
Wir möchten möglichst nichts mehr verbrennen – auch kein Holz mehr. Das hatten wir mit den Elektroautos begonnen und jetzt mit unserem Bio-Solar-Haus abgeschlossen. Dazu kommen: Wir haben keinen eigenen Wald (Thema Nachhaltigkeit), die steigenden Preise für kammergetrocknetes Holz, und – wie wir mittlerweile wissen – die erheblichen realen Feinstaub- und Schadstoffemissionen durch die Holzverbrennung. Damit hatte die Holzheizung für uns keine ökologische Zukunftsperspektive mehr. Nicht zuletzt sind wir froh, dass wir jetzt nicht mehr planen müssen, wann und wie wir den Holzofen im Winter betreiben. Den dazu kommenden hohen manuellen Aufwand für den Stückholzofen vermissen wir auch nicht.
2. PV-Ertrag & Speicherbilanz 2025
Im ersten vollen Betriebsjahr lieferte unsere PV-Anlage:
- Gesamtertrag: 21.085 kWh
- Eigenverbrauch (PV + Akku): ca. 11.847 kWh
- Einspeisung: ca. 8.740 kWh
- Netzbezug: ca. 5.447 kWh
- Autarkiegrad: 69 %
- Eigenverbrauchsquote: 59 %
3. Energiemanagement & Systemintegration
Die Home 30 PV-Anlage hat mit dem FEMS ein integriertes Energiemanagementsystem (FEMS, das gibt es auch als Open-Source-System: OpenEMS). Bereits davor hatten wir den Timberwolf-Server von ElabNET im Einsatz (aktuell ein TWS 3500XL), um bei uns die verschiedensten Bussysteme und Datenquellen zusammenzuführen und zu steuern. Dieser kümmert sich bei uns um KNX, 1-Wire, Modbus, MQTT und Rest-APIs. Dazu nutzen wir die Logiken, Datenaufzeichnung und Visualisierung.
Darauf laufen u. a. containerisiert:
- CometVisu (Visualisierung)
- HomeAssistant (zusätzliche Visualisierung)
- EVCC (PV-Überschussladen & CO₂-optimiertes Laden)
Damit sind PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallboxen und Verbraucher in einem gemeinsamen System abgebildet – ohne Cloud-Zwang. Die Fenecon-Übersicht kann sowohl per Cloud, als auch lokal aufgerufen werden.
4. Gesamtstromverbrauch 2025
Der gesamte Stromverbrauch des Hauses lag 2025 bei 17.295 kWh und verteilt sich auf:
- Privater Haushalt und Büro (mit Servern): 8.887 kWh
- E-Mobilität (2 E-Autos: ZOE und Enyaq): 4.331 kWh
- Zwei KEBA-Wallboxen (P30X & P30C) im Ladenetzwerk (max. 22 kW)
- Seit 2025 wird das Laden der E-Autos zusätzlich über EVCC gesteuert – bevorzugt per PV-Überschuss, alternativ im Winter CO₂-optimiert anhand des GrünstromIndex.
- Wärmepumpe inkl. Systemkomponenten: 2.306 kWh
- Außeneinheit & Verdichter: 2.003 kWh
- Pumpen & Steuerung: 303 kWh
5. Wärmepumpe 2025: Messwerte
Die nachfolgenden Werte haben wir mit einem »SensoStar E«-Wärmemengenzähler (zwischen Lambda-Wärmepumpe und Consolar-Pufferspeicher), einem Lingg & Janke KNX-Stromzähler (Außeneinheit mit Verdichter) und einem MDT KNX-Schalt-/Messaktor (Inneneinheit, Steuerung und Pumpen) gemessen. Damit erhalten wir genauere Werte, als mit den Angaben aus der Lambda-Steuerung.
Die System-JAZ ist natürlich geringer, als die in der Lambda-Steuerung »geschätzten« Werte:
- Erzeugte Wärmemenge: 8.202 kWh
- Elektrische Aufnahme (gesamt): 2.306 kWh
- → Jahresarbeitszahl (System-JAZ): 3,56
- → nur Verdichter (berechnet): ca. 4,1
Zum Vergleich die interne Lambda-Auswertung
- Heizen: 4,72
- Brauchwasser: 4,29
- Kühlen: 5,0
- Abtauen: 8,93
- Gesamt (Verdichter): 4,5
Diese Werte sind hilfreich zur Einordnung, wie bei allen Wärmepumpen allerdings immer höher, als die exakte externe Messung.
Update 06.02.2026: Einige Leser:innen wunderten sich über die vergleichsweise niedrige JAZ unserer Lambda-Wärmepumpe. Wie oben beschrieben, erfassen wir den Stromverbrauch des Außengeräts (inkl. Verdichter) über einen eigenen KNX-Stromzähler. Aktuell können wir dabei jedoch nicht sauber unterscheiden, wofür die Wärmepumpe den Strom konkret nutzt.
Zwei Nutzungsarten verzerren die JAZ spürbar. Zum einen haben wir die Anlage 2025 bewusst intensiv zur PV-Überschussverwertung eingesetzt. Dabei wurde der Pufferspeicher regelmäßig auf über 62 °C aufgeheizt. In diesem Temperaturbereich sinkt die Effizienz von Wärmepumpen deutlich – und über das Jahr kamen dabei einige Kilowattstunden zusammen, die wir messtechnisch bislang nicht separat erfassen können.
Zum anderen nutzen wir die Wärmepumpe im Sommer zur Kühlung. Der dabei benötigte Strom geht vollständig in die Verbrauchsmessung ein, die abgeführte Kühlleistung wird jedoch nicht in die ermittelte Gesamtwärmemenge einbezogen. Auch das drückt die rechnerische JAZ, ohne dass dies die tatsächliche Gesamtbilanz korrekt widerspiegelt.
Dass unsere Heiz-, Kühl- und Warmwasserkosten insgesamt dennoch sehr niedrig ausfallen, relativiert für uns eine vermutlich nicht ganz korrekt abgebildete JAZ deutlich.
6. Betriebserfahrungen & Anpassungen
- Heizpatrone:
Seit Inbetriebnahme der Wärmepumpe (2023) kein einziger Einsatz, außer wenigen Testminuten bei der Inbetriebnahme (insgesamt 0 kWh).
Für unsere Region (Rheinland) erwarten wir auch nicht, dass sie außerhalb eines Defekts der Wärmepumpe jemals zum Einsatz kommt. - Leistungsanpassung:
Untere Verdichtergrenze von 25 % auf 20 % reduziert, da die EU08-L sonst für unser BSH zu leistungsstark war. - Langzeitdaten (01.12.2023 – 01.01.2026):
Verdichterstarts: 2.038 (ca. 2,7 Takte/Tag seit Installation)
Abtauvorgänge: 187 (ca. 89 pro Jahr)
7. Kosten & PV-Ersparnis – ausschließlich Heizung und Wärmepumpe
Am Beispiel unserer Wärmepumpe lässt sich schön zeigen, dass wir einiges an Geld durch die Umstellung sparen. Zuletzt hatten wir pro Jahr ungefähr 1.500 € für Brennholz und Schornsteinfeger bezahlen müssen. Jetzt, mit PV, Speicher und Wärmepumpe, kommen wir für dieses Jahr auf deutlich günstigere Betriebskosten:
- Stromkosten WP ohne PV: ca. 828 €
- PV-Ersparnis 2025: ca. 345 €
- → effektive Netzstromkosten: ca. 483 €
Anmerkung: Im Januar 2025 lag der Strompreis noch bei 0,383 €/kWh, danach bei 0,354 €/kWh. Für unseren PV-Strom haben wir einen kalkulatorischen Preis von 0,10 €/kWh angesetzt (darin enthalten: ca. 7 Cent für entgangene Einspeisevergütung und 3 Cent für Investitions- und Betriebskosten).
Durchschnittswerte 2025 – Wärmepumpe
| Kennzahl | Wert |
| Ø Kosten pro Tag | 1,32 € |
| Ø Stromverbrauch pro Tag | 6,32 kWh |
| Kosten pro m² | 2,41 €/m² |
| Stromverbrauch pro m² | 11,53 kWh/m² |
(Basis: ca. 200 m² Wohn- und Bürofläche)
8. Unser Fazit: Damen hoch für komplett elektrifiziertes Bio-Solar-Haus
Wir sind sehr zufrieden mit dem Upgrade unseres Bio-Solar-Hauses und können das nur empfehlen. Das BSH funktionierte aufgrund der guten Dämmwerte und Flächenheizung hervorragend mit Wärmepumpen. Für bessere Verbrauchs- und JAZ-Werte fehlt der Deckenstrahlheizung die Masse, die z. B. eine Fußbodenheizung mit Estrich zu bieten hat. Dennoch kommen wir auf sehr zufriedenstellende Verbrauchswerte und Kosten.
Unser erstes vollständiges Jahr zeigt: Nicht eine einzelne Komponente macht den Unterschied, sondern das Zusammenspiel.
- Gebäude mit niedriger Heizlast
- Sauber dimensionierte Wärmepumpe
- Vollständige Elektrifizierung
- PV + Speicher
- Transparentes Monitoring
- Aktive Verbrauchssteuerung