Von Solarthermie und Holzofen zur Wärmepumpe mit PV: Unser Erfahrungsbericht mit komplett elektrifiziertem Bio-Solar-Haus (2025)

2025 war für uns ein besonderes Jahr: Es war das erste vollständige Jahr, in dem bei uns Photovoltaik (#pv), Batteriespeicher und Wärmepumpe gemeinsam im Alltag gelaufen sind. Nach längerer Funkstille im Blog folgt deshalb jetzt ein bewusst datenbasierter Rückblick auf dieses erste komplette Betriebsjahr.

Der Weg dorthin begann bereits Ende 2023. Wie wir in früheren Beiträgen beschrieben haben, wollten wir schon länger weg vom Stückholzofen und hin zu einer Wärmepumpe. Das konnten wir Ende November 2023 endlich verwirklichen: Nach rund einem Jahr Wartezeit wurde unsere Lambda EU08-L installiert. Im Dezember 2024 folgte dann der Umstieg auf eine Fenecon Home 30 PV-Anlage mit Speicher.

Nachfolgend unser kompakter Erfahrungsbericht nach dem ersten vollständigen Jahr mit Wärmepumpe und PV-Anlage – mit echten Messwerten für Strom, Wärme und unseren Eigenverbrauch.

1. Systemumstieg: Von Solarthermie/Holz zu PV und Wärmepumpe

Unser Bio-Solar-Haus wurde 2012 mit Solarthermie (4 Consolar Flachkollektoren), einem wassergeführten Stückholzofen, Hygienespeicher (Consolar SOLUS II, 1.050 l) und einer Laing-Gruppe (Elektroheizung/Durchlauferhitzer und Heizkreispumpe) für den »Notfall« gebaut.

Die Umstellung in zwei Schritten

  • Ende November 2023:
    Austausch des Holzofens gegen eine Lambda EU08-L Wärmepumpe, ergänzt um einen 300-l-Kältepuffer für die Kühlung im Sommer.
  • Dezember 2024:
    Installation der PV-Anlage (23,85 kWp, Fenecon Home 30) mit 19,6 kWh Speicher. Dafür wurde die Solarthermie vollständig entfernt und das Dach voll mit PV-Modulen belegt.

Warum der Umstieg?

Wir möchten möglichst nichts mehr verbrennen – auch kein Holz mehr. Das hatten wir mit den Elektroautos begonnen und jetzt mit unserem Bio-Solar-Haus abgeschlossen. Dazu kommen: Wir haben keinen eigenen Wald, die steigenden Preise für kammergetrocknetes Holz, und die realen Feinstaub- und Schadstoffemissionen durch die Holzverbrennung. Damit hatte die Holzheizung für uns keine ökologische Zukunftsperspektive mehr. Nicht zuletzt sind wir froh, dass wir jetzt nicht mehr planen müssen, wann und wie wir den Holzofen im Winter betreiben. Den dazu kommenden hohen manuellen Aufwand für den Stückholzofen  vermissen wir auch nicht.

2. PV-Ertrag & Speicherbilanz 2025

Im ersten vollen Betriebsjahr lieferte unsere PV-Anlage:

  • Gesamtertrag: 21.085 kWh
  • Eigenverbrauch (PV + Akku): ca. 11.847 kWh
  • Einspeisung: ca. 8.740 kWh
  • Netzbezug: ca. 5.447 kWh
  • Autarkiegrad: 69 %
  • Eigenverbrauchsquote: 59 %
Screenshot: Übersicht unseres Online-Monitorings (Fenecon) mit monatlichen Balkendiagrammen zu Stromerzeugung, Direktverbrauch, Speicherbeladung und -entladung, Einspeisung, Netzbezug und Gesamtverbrauch für das Jahr 2025 sowie Kennzahlen zu Autarkie, Eigenverbrauch, Speicher- und Netzstatus.
Jahresbilanz Fenecon 2025

3. Energiemanagement & Systemintegration

Die Home 30 PV-Anlage hat mit dem FEMS ein integriertes Energiemanagementsystem (FEMS, das gibt es auch als Open-Source-System: OpenEMS). Bereits davor hatten wir den Timberwolf-Server von ElabNET im Einsatz (aktuell ein TWS 3500XL), um bei uns die verschiedensten Bussysteme und Datenquellen zusammenzuführen und zu steuern. Dieser kümmert sich bei uns um KNX, 1-Wire, Modbus, MQTT und Rest-APIs. Dazu nutzen wir die Logiken, Datenaufzeichnung und Visualisierung. 

Darauf laufen u. a. containerisiert:

  • CometVisu (Visualisierung)
  • HomeAssistant (zusätzliche Visualisierung)
  • EVCC (PV-Überschussladen & CO₂-optimiertes Laden)

Damit sind PV, Speicher, Wärmepumpe, Wallboxen und Verbraucher in einem gemeinsamen System abgebildet – ohne Cloud-Zwang. Die Fenecon-Übersicht kann sowohl per Cloud, als auch lokal aufgerufen werden.

4. Gesamtstromverbrauch 2025

Der gesamte Stromverbrauch des Hauses lag 2025 bei 17.295 kWh und verteilt sich auf:

  • Privater Haushalt und Büro (mit Servern): 8.887 kWh
  • E-Mobilität (2 E-Autos: ZOE und Enyaq): 4.331 kWh
    • Zwei KEBA-Wallboxen (P30X & P30C) im Ladenetzwerk (max. 22 kW)
    • Seit 2025 wird das Laden der E-Autos zusätzlich über EVCC gesteuert – bevorzugt per PV-Überschuss, alternativ im Winter CO₂-optimiert anhand des GrünstromIndex.
  • Wärmepumpe inkl. Systemkomponenten: 2.306 kWh
    • Außeneinheit & Verdichter: 2.003 kWh
    • Pumpen & Steuerung: 303 kWh

5. Wärmepumpe 2025: Messwerte statt Annahmen

Die nachfolgenden Werte haben wir mit einem »SensoStar E«-Wärmemengenzähler (zwischen Lambda-Wärmepumpe und Consolar-Pufferspeicher), einem Lingg & Janke KNX-Stromzähler (Außeneinheit mit Verdichter) und einem MDT KNX-Schalt-/Messaktor (Inneneinheit, Steuerung und Pumpen) gemessen. Damit erhalten wir genauere Werte, als mit den Angaben aus der Lambda-Steuerung.

Die System-JAZ ist natürlich geringer, als die in der Lambda-Steuerung »geschätzten« Werte:

  • Erzeugte Wärmemenge: 8.202 kWh
  • Elektrische Aufnahme (gesamt): 2.306 kWh
  • → Jahresarbeitszahl (Systemgrenze): 3,56
  • → nur Verdichter (berechnet): ca. 4,1

Zum Vergleich die interne Lambda-Auswertung

  • Heizen: 4,72
  • Brauchwasser: 4,29
  • Kühlen: 5,0
  • Abtauen: 8,93
  • Gesamt (Verdichter): 4,5

Diese Werte sind hilfreich zur Einordnung, wie bei allen Wärmepumpen allerdings immer höher, als die exakte externe Messung.

6. Betriebserfahrungen & Anpassungen

  • Heizpatrone:
    Seit Inbetriebnahme der Wärmepumpe kein einziger Einsatz (0 kWh).
    Für unsere Region (Rheinland) erwarten wir auch nicht, dass sie außerhalb eines Defekts der Wärmepumpe jemals zum Einsatz kommt.
  • Leistungsanpassung:
    Untere Verdichtergrenze von 25 % auf 20 % reduziert, da die EU08-L sonst für unser BSH zu leistungsstark war.
  • Langzeitdaten (01.12.2023 – 01.01.2026):
    Verdichterstarts: 2.038 (ca. 2,7 Takte/Tag seit Installation)
    Abtauvorgänge: 187 (ca. 89 pro Jahr)

7. Kosten & PV-Ersparnis – ausschließlich Heizung und Wärmepumpe

Am Beispiel unserer Wärmepumpe lässt sich schön zeigen, dass wir einiges an Geld durch die Umstellung sparen. Zuletzt hatten wir pro Jahr ungefähr 1.500 € für Brennholz und Schornsteinfeger bezahlen müssen. Jetzt, mit PV, Speicher und Wärmepumpe, kommen wir für dieses Jahr auf deutlich günstigere Betriebskosten:

  • Stromkosten WP ohne PV: ca. 828 €
  • PV-Ersparnis 2025: ca. 345 €
  • → effektive Netzstromkosten: ca. 483 €

Anmerkung: Im Januar 2025 lag der Strompreis noch bei 0,383 €/kWh, danach bei 0,354 €/kWh. Für unseren PV-Strom haben wir einen kalkulatorischen Preis von 0,10 €/kWh angesetzt (darin enthalten: ca. 7 Cent für entgangene Einspeisevergütung und 3 Cent für Investitions- und Betriebskosten).

Durchschnittswerte 2025 – Wärmepumpe

Kennzahl Wert
Ø Kosten pro Tag 1,32 €
Ø Stromverbrauch pro Tag  6,32 kWh
Kosten pro m²  2,41 €/m²
Stromverbrauch pro m² 11,53 kWh/m²

(Basis: ca. 200 m² Wohn- und Bürofläche)

8. Fazit: Bio-Solar-Haus komplett elektrisch ist ein Traum

Wir sind sehr zufrieden mit dem Upgrade unseres Bio-Solar-Hauses und können das nur empfehlen. Das BSH funktionierte aufgrund der guten Dämmwerte und Flächenheizung hervorragend mit Wärmepumpen. Für bessere Verbrauchs- und JAZ-Werte fehlt der Deckenstrahlheizung die Masse, die z. B. eine Fußbodenheizung mit Estrich zu bieten hat. Dennoch kommen wir auf sehr zufriedenstellende Verbrauchswerte und Kosten.

Unser erstes vollständiges Jahr zeigt: Nicht eine einzelne Komponente macht den Unterschied, sondern das Zusammenspiel.

  • Gebäude mit niedriger Heizlast
  • Sauber dimensionierte Wärmepumpe
  • Vollständige Elektrifizierung
  • PV + Speicher
  • Transparentes Monitoring
  • Aktive Verbrauchssteuerung
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Bau unserer Garage mit Dachbegrünung: Planung, Herausforderungen und Kosten

Lange haben wir nichts mehr von uns hören lassen. Irgendwie war ständig etwas anderes los. In den letzten 12 Jahren – seit unserem Einzug – ist wesentlich mehr passiert, als wir in unserem Blog darstellen konnten. Unser Ziel ist es, einige wesentliche Punkte in den nächsten Wochen und Monaten wieder nachzuholen.

Nach unserem Einzug in unser Bio-Solar-Haus im Sommer 2012 hatten wir so vieles um die Ohren, dass wir erst fünf Jahre danach das Thema Garage angehen konnten. Nach ausführlicher Recherche und mehreren Angeboten entschieden wir uns 2019 für eine Holzständer-Garage mit Dachbegrünung von der Firma Fink Garagen.  Wir hatten dabei nur die Herstellung und Aufbau der Garage beauftragt. Den Innenausbau hatten wir zunächst in die weitere Zukunft verschoben, um die Kosten etwas zu verteilen.

Planung und erste Verzögerungen

Von 2017 bis 2018 holten wir verschiedene Angebote ein und konkretisierten Anfang 2019 unsere Pläne und hatten die Garage beauftragt. Die Garage des Typs »Kiebitz« E34-71, sollte, wegen der Dachbegrünung, in schwerer Ausführung mit hoher Traglast und einer Größe von ca. 3,5 × 7,20 Metern realisiert werden. Fink baut die Garagen mit zementgebundenen Holzspanplatten und Flachdach mit EPDM-Folie. Wir hatten zusätzlich das Dachbegrünungs-Paket bestellt. Als Liefertermin wurde der Sommer 2019 avisiert. Der Gesamtpreis für die Garage inklusive Aushub, Fundament, Bodenplatte, Lieferung, Aufbau und MwSt. betrug letztlich etwas über 20.000 Euro (ohne Innenausbau).

Allerdings kam es zu Verzögerungen durch Probleme bei der Suche nach Betrieben für Aushub und Bodenplatte. Der ursprünglich beauftragte GaLaBauer und der Betonbauer reagierten nicht mehr, sodass wir bis November 2019 einen neuen Tiefbauer suchten. Die Bodenplatte war dann erst im Januar 2020 durchgetrocknet.

Lieferung und Aufbau der Garage

Die Firma Fink hatte uns im Sommer 2019 sehr geholfen und lagerte die bereits vorgefertigte Garage für uns ein. Anfang Februar 2020 konnte dann endlich der Aufbau beginnen. Parallel bestellten wir den Garagenmotor »SupraMatic E Serie 3«.

Trotz widrigen Wetters konnte der Aufbau der Garage Ende Februar 2020 zunächst abgeschlossen werden.

Notwendige Nacharbeiten

Als Hausaufgabe sollten wir die Lücken zwischen den unteren Balken der Fink Garage und der Bodenplatte schließen. Diese Lücken lagen daran, dass die Bodenplatte leider nicht so plan ausgeführt wurde, wie ursprünglich versprochen. Im März 2020 haben wir dann die Fugen mit Fugenmörtel geschlossen. Damit konnten wir die Unebenheiten (Lücken) gut ausgleichen und sicherstellen, dass die Konstruktion der Garage stabil bleibt.

Dachbegrünung

Mit der Firma Fink hatten wir im Februar 2020 besprochen, dass die Pflanzen zur Sicherheit erst nach der Frostphase eingesetzt werden sollten. Deswegen hatten wir vereinbart, das in Eigenleistung zu übernehmen. Dafür erhielten wir eine kleine Gutschrift.

Im Mai 2020 erhielten wir dann die Pflanzen in zwei Paketen.  Wir hatten eine Dachbegrünung mit besonders insektenfreundlichen Pflanzen bestellt. Die kleinen Pflänzchen setzten wir dann nach Anleitung und Tipps in das Substrat auf dem Garagendach.

Gesamtkosten im groben Überblick:

  • Erdarbeiten, Aushub, Verlegung der Rohrleitungen: ca. 2.500 Euro
  • Fundament und Bodenplatte (mit WU-Beton): ca. 3.100 Euro
  • Garage inklusive Lieferung, Aufbau und MwSt.: ca. 14.500 Euro
    • Garagentor »Hörmann Typ iso 20« (Großsicke): ca. 1.353 Euro
    • Nebeneingangstür mit Automatik-Schloss: ca. 1.000 Euro
    • Attika, Wandanschluss, Dachrinne, etc.: ca. 1.200 Euro
    • Putz-Fassade: ca. 1.200 Euro
    • Dachbegrünungs-Paket: ca. 1.000 Euro
    • Montagekosten (22 % des Gesamtpreises)
    • Zwischenlagerung der Garage: ca. 200 Euro
    • Lieferung: ca. 500 Euro
  • Garagenmotor »SupraMatic E Serie 3«: ca. 500 Euro

Fazit: Nachhaltigkeit und Funktionalität

Trotz der diversen Verzögerungen sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Garage entspricht unseren Vorstellungen. Besonders wichtig war uns die Dachbegrünung. Sie bietet nicht nur eine bessere Dämmung, sondern auch insektenfreundliche Pflanzen – außerdem gefällt uns das Aussehen des begrünten Dachs.

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Heizung auf Winter umgeschaltet (Heizungssaison 2022/23)

In der Regel mussten wir bisher Mitte/Ende Oktober die Heizung auf »Winter« umstellen und damit die Heizsaison starten. Da in den letzten Tagen die Sonne schon deutlich weniger geschienen hat, haben wir heute (06.11.2022) das System auf Winter gestellt. Das heißt leider auch – noch, dass wir ab dann wieder mehr Holz verbrennen müssen!

Aufgrund der damaligen Beratung (2009/10) haben wir als hauptsächliche Heizquellen für unser Bio-Solar-Haus Solarthermie und einen wassergeführten Stückholzofen. Für »Notfälle« (keiner kann den Ofen betreiben, Holz ist aufgebraucht …) haben wir auch noch einen Elektroheizstab und die Laing-Elektroheizpumpe, die ggf. das Heizungswasser mit einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmen kann.

Wir hoffen sehr, dass die bestellte Luft-Wasser-Wärmepumpe im Sommer nächsten Jahres endlich geliefert und montiert wird, sodass wir das Thema »Brennholz« und verbrennen endlich hinter uns lassen können.

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Sommer-Temperaturen in unserem Bio-Solar-Haus (2020)

Wir wurden jetzt schon mehrfach nach den Sommertemperaturen im Bio-Solar-Haus gefragt. Nachfolgend ein kurzer Beitrag, mehr schaffe ich leider zeitlich nicht.

In Kurzform vorab (tl;dr): wir finden in aller Regel die Temperaturen im Bio-Solar-Haus auch im Sommer sehr angenehm. Natürlich wird es im Haus auch wärmer, wenn die Außentemperaturen steigen. Unsere »Strategie«: Wir lüften morgens sowohl im Büro (Erdgeschoss) als auch im Dachgeschoss kräftig durch. Danach schließen wir die Fenster und verschatten (soweit nötig) mit Rollladen und Jalousien. Dann fühlen sich die Innentemperaturen auch im Sommer deutlich kühler als die Außentemperatur an. Es ist deutlich zu merken, wenn man von außen reinkommt.

Da wir gerade zwei Wochen nicht da waren, bot sich jetzt die Gelegenheit zu beobachten, wie sich die Temperaturen im Haus verhalten, wenn wir nicht da sind und demnach auch nicht lüften konnten.

Hinweise zur Temperaturmessung (Temperatursensoren)

Für die folgenden Diagramme habe ich die gemessene Temperaturen unserer KNX-Wetterstation »Quadra« auf dem Dach und den 1-wire Temperaturfühler an der nordwestlichen Hausecke (»NWwand«) verwendet. Dieser Wandfühler ist an der Außenwand zusammen mit dem Heizungstemperaturfühler montiert. Allerdings scheint am Nachmittag die Sonne darauf, sodass die Werte deutlich über der »echten« Außentemperatur liegen. Die Quadra meldet dann meist etwas zu niedrige Werte auf den Bus. Die »Wahrheit« liegt irgendwo dazwischen. Disclaimer: Die gemessenen Werte sind weder »amtlich«, noch erfüllen sie wissenschaftliche Ansprüche! Für einen »Eindruck« sollte es reichen.

Als zusätzlichen Wert habe ich einen 1-wire Temperaturfühler in der Lufthülle unseres Bio-Solar-Hauses hinzugefügt. In den Diagrammen ist schön zu sehen, wie sich die Temperatur dort leicht »phasenverschoben« zur Außentemperatur verhält.

Sommer-Temperaturen im unbewohnten Bio-Solar-Haus

Wir sind am Wochenende (01.08.2020) aus dem Urlaub zurückgekommen. Zwei Wochen (Mitte bis Ende Juli 2020) war das Haus nicht bewohnt. Zum ersten Mal war auch das Büro nicht (vollständig) besetzt, sodass wir in diesem Beitrag die Temperaturen des »unbewohnten« Bio-Solar-Haus betrachten.

Als Beispiel habe ich die Temperaturen zweier Sensoren (KNX) in unserem Wohn-/Essbereich im Dachgeschoss verwendet. Dieser liegt direkt am beziehungsweise eher um den Wintergarten im Dachgeschoss und ist tendenziell einer der wärmeren Räume. Zum Vergleich gibt es zum Schluss noch ein Diagramm mit den Temperaturen der eher nordöstlichen Räume im Dachgeschoss und eins mit einigen Bürotemperaturen im Erdgeschoss.

Dachgeschoss Wohn-/Essraum KW29 (13.07. bis 19.07.)

Das Diagramm zeigt die Woche vor unserer Abfahrt am Samstag, den 18.07.2020. Die Woche war allerdings nicht allzu warm, sodass wir nicht besonders auf die Lüftung geachtet haben. An den Temperaturunterschieden zwischen der Quadra und dem Fühler an der Nordecke ist gut zu sehen, dass der Montag erheblich sonniger, als der Dienstag war. Der Donnerstag war sogar ziemlich bewölkt, sodass beide Messungen fast gleich sind.

Wir sind Samstag gegen Mittag bei sehr gutem und sonnigem Wetter losgefahren. Am Temperaturanstieg Samstag auf Sonntag ist sichtbar, dass wir am Sonntagmorgen nicht mehr da waren und somit auch nicht lüften konnten.

Im Diagramm sind die Werte zweier KNX-Temperaturfühler in unserem zusammenhängenden Wohn-/Essbereich im Dachgeschoss zu sehen. Der Fühler »Wohn-/Ess1« misst eher im Wohnbereich an der Innenwand zum westlichen Kinderzimmer; »Wohn-/Ess2« ist ein Fühler neben der Tür zum Treppenhaus. Dort ist es in der Regel etwas kühler, als an der Innenwand im Wohnbereich.

Die Temperatur im Wohn-/Essraum lag bis Samstagmittag (grob gemittelt) zwischen 22,5 und 24 °C. Bis zum Sonntag stieg sie dann auf 26-27 °C), bei 28-29 °C Außentemperatur.

Dachgeschoss Wohn-/Essraum KW30 (20.07. bis 26.07)

In dieser Woche waren wir vollständig nicht da. Die Außentemperaturen lagen zwischen ca. 10 und 25-26 °C. Die Temperatur im Wohn-/Essbereich schwankte zwischen 26 und 28 °C und stieg über den Wochenverlauf leicht an.

Gut zu sehen ist wieder die »Phasenverschiebung« zwischen der Lufthüllen- und Außentemperatur. Durch die wärmeren Nächte zum Wochenende (25. und 26. Juli 2020) sank die Temperatur in der Lufthülle deutlich geringer, als an den vorherigen kühleren Nächten.

Dachgeschoss Wohn-/Essraum KW31 (27.07. bis 02.08)

Während unserer letzten Urlaubswoche stiegen die Außentemperaturen in Rösberg nochmal deutlich an: mit 25-30 °C und dem heißen Freitag (ca. 36 °C) und Samstag (31 °C) mit einigen warmen Nächten (Dienstag um die 20 °C, Freitag-/Samstag 21-22 °C). Die Gewitter am Samstagabend haben mal wieder eher einen Bogen um Rösberg geschlagen, sodass es nur zur einer minimalen Abkühlung führte.

Die Temperaturen in unserem Wohn-/Essraum schwankten grob zwischen 28 und 29 °C. Der »Einbruch« am Samstag auf Sonntag hängt mit unserer Rückkehr am Samstagnachmittag zusammen.

Dachgeschoss Wohn-/Essraum (17.07. bis 02.08)

Nachfolgend noch ein Diagramm, das den gesamten Zeitraum vom 17.07. bis 02.08.2020 bis 12 Uhr mittags zeigt:

Der Temperaturanstieg im Wohn-/Essbereich in unserem unbewohntem Bio-Solar-Haus ist deutlich sichtbar und zeigt, dass sich die höheren Außentemperaturen auf die Innentemperatur auswirken. Da unser Haus (typisch für Bio-Solar-Häuser) nur manuell gelüftet wird und keine Lüftungsanlage hat, bleibt die Wärme erst mal im Haus und es erwärmte sich erwartungsgemäß.

Weitere Temperaturen im Dachgeschoss zum Vergleich

Das Diagramm zeigt den Wohn-Essbereich (»DG-WE«) zusammen mit den nordwestlichen Räumen (Kinderzimmer Nord »DG-K1«, unser Eltern-Bad »DG-EB« und das Arbeitszimmer »DG-AR«). Die Räume bleiben über den gesamten Zeitraum kühler als der große Wohn-Essbereich am Wintergarten. Die Zimmertüren hatten wir geschlossen. In den Räumen steigt die Temperatur über den unbewohnten Zeitraum ebenfalls an.

Temperaturen im Erdgeschoss (Büro)

Im Büro war in der ersten Woche nur eine Mitarbeiterin am Montag, Mittwoch und Freitag anwesend in der ersten Woche anwesend. Die zweite Woche stand das Büro ebenfalls vollständig leer. Am Sonntagmorgen habe ich gelüftet.

Schluss und Ausblick

Ich hoffe, dass die Werte für euch interessant sind. Zu beachten ist sicherlich, dass das Haus unbewohnt war und somit nicht gelüftet werden konnte. Es entspricht damit nicht dem »bewohnten« Zustand.

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen dazu komme, einen Vergleich mit unserer »normalen« bewohnten Situation mit täglichem Lüften zu erstellen. Leider kann ich da nichts versprechen.

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Start Heizungssaison 2019

Heute am Sonntag, den 27.10.2019 (letztes Oktober-Wochenende) haben wir die Heizung wieder vom Sommer- auf den Winterbetrieb umgestellt. Ab jetzt »dürfen« die Heizungsaktoren wieder eine »Heizanforderung« stellen und damit die Heizungspumpe (LAING-Gruppe) einschalten.

Gestern haben wir 6 Schüttraummeter (SRM) Holz geliefert bekommen und gestapelt. Dank viel Hilfe aus unseren Familien waren wir mittags mit dem Thema durch und unsere beiden Holzregale sind wieder bis zur Oberkante voll. Mit der Menge müssten wir so bis in den Februar/März 2020 kommen. Natürlich je nach Temperaturen im Winter.

Was uns wieder auf das Thema bringt, dass wir den Stückholzofen loswerden und auf »etwas anderes« umsteigen möchten. Mittlerweile, sind wir mit unseren Überlegungen so weit, dass wir voraussichtlich alles ausschließen werden, bei dem lokal etwas verbrannt wird. Damit sind Pellets, Holzschnitzel, … und auch eine nachträglich nur aufwändig nachzurüstende Gasheizung raus. Wir haben in diesem Jahr unsere letzten Verbrenner (Hybriden: Prius 2 und Prius+) auf Stromer umgestellt. Insofern erscheint uns, das »Holzverbrennen« immer weniger eine gute Lösung für uns zu sein.

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